Aufhübschen allein reicht nicht.


Ganz langsam. Tief durchatmen. Bei einem Redesign des Kundenmagazins will man oft keine Zeit verlieren. Im Prinzip funktioniert ja alles bestens, die Abläufe sitzen und das Team ist eingespielt, es soll einfach etwas aufgehübscht werden. Der Begriff Redesign hat ja auch etwas Attraktives. Klingt nach Problemlöser. Ist es nicht. Im Gegenteil. Bleibt es beim rein gestalterischen Auffrischen, kann es gar negative Auswirkungen haben. Natürlich, ein neues Layout dann kurzfristig für eine erhöhte Aufmerksamkeit sorgen, aber eben wirklich nur kurzfristig. Die Leserinnen und Leser erwarten mehr als nur alten Wein in neuen Schläuchen. Nutzen Sie also die Chance, das Magazin etwas grundlegender zu überarbeiten. Stellen Sie sich unbequeme Fragen und versuchen sie, diese auch wirklich ehrlich zu beantworten.


Bei einem Stellenwechsel der verantwortlichen Person werden Magazine leider oft praktisch unerklärt übergeben. In der Konsequenz wird das Konzept also so gut weitergeführt, wie die Übergabe dessen stattfand. Pech für die Person, die das Magazin nun übernimmt. Unter anderem auch darum sollte für jedes Magazin ein Arbeitspapier bestehen, welches immer wieder zur Hand genommen werden kann und worin man die grundsätzlichen Konzeptgedanken findet. Ein Einfaches. Eines mit welchem man arbeiten kann und eben auch eines, welches man systematisch immer wieder hinterfragt.


Eigentlich wären auch Agenturen in der Pflicht, die Weiterentwicklung eines Magazins proaktiv beim Kunden regelmässig zum Thema zu machen, tun sie leider selten. Entweder unterschätzen sie die Halbwertszeit des Konzepts oder es geht ihnen nicht anders als allen anderen – zu viel zu tun, zu wenig Zeit. Was also tun, wenn man spürt, dass ein neuer Anstrich allein nicht genügt?


Wie wärs damit, wenn Sie damit beginnen, sich ein paar Fragen stellen.

Kennen Sie Ihr Magazin wirklich, also bis hin zu einzelnen Rubriken und Gefässen? Was für Überlegungen und Ziele stecken dahinter? Und stimmen diese noch oder muss man diese anpassen?


Für wen schon wieder schreiben wir? Wer ist meine Kernzielgruppe, als der wirkliche Kern davon und was für eine Sprache spricht diese? Zielgruppe ALLE wäre hier nicht von Vorteil :-). Und selbst wenn Sie eine sehr heterogene Zielgruppe haben: Setzen Sie einen Fokus.

Sollen einzelne Rubriken raus und neue hinzukommen? Wenn ja, welche Ziele werden damit verfolgt.


Erfüllt der Content die Bedürfnisse Ihrer Leserschaft oder vor allem ihre eigenen?

Überhaupt die Leserschaft, was meint die zu Ihrem Magazin?


Worüber sprechen wir und worüber nicht und sind wir glaubwürdig darin? Es gibt ja Geschichten, die man liebend gern auch erzählen würde, leider aber nun gar nicht zu Ihnen als Absender passen. Lassen Sie es sein. Bleiben Sie authentisch und erzählen Sie Ihren eigenen Storys.


Die Liste mit Fragen könnte noch lange weitergeführt werden. Tun Sie es und beantworten Sie diese ehrlich. Da müssen Sie durch, wenn sie mit dem Redesign mehr als nur ein Aufhübschen erreichen wollen sondern eine Weiterentwicklung.