Pitch or what?




Einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren bei der Lancierung eines neuen Kundenmagazins ist die Wahl der Agentur, die mit Ihnen Konzept und Design entwickeln soll. Meistens organisieren Unternehmen dafür einen Pitch. Eingeladen wird, wen man schon kennt oder von wem man schon etwas gesehen oder gehört hat. So weit so gut – aber es geht auch anders.


Was beim Pitch dann präsentiert wird, ist ein mehr oder weniger bunter Blumenstrauss aus Ideen und Designvorschlägen. Eine Ausseneinschätzung. Die Agenturen können recherchieren, wie sie wollen – wirklich in die Tiefe Ihres Unternehmens gelangen sie bis zur Präsentation nicht. Nicht zu Ihren wirklichen Bedürfnissen und schon gar nicht zu Ihren Problemen, die Sie mit dem neuen Magazin zumindest in Teilen gelöst haben möchten. Ein Grund dafür ist, dass sich Unternehmen im Pitch-Briefing oft zurückhalten, nur sehr vage Ziele formulieren und gewisse Dinge manchmal gar zurückhalten, obwohl diese eigentlich zentral wären. Es scheint beinahe so, als ob sie sich nicht trauten, Klartext zu sprechen. Man will ja nicht zu viele Interna öffentlich machen, schliesslich weiss man ja nie, wer das Briefing alles lesen kann.


Was praktisch immer fehlt, ist die gesamte Vorarbeit der Unternehmen: Wie kommen Sie zu den formulierten Zielen und Vorgaben? Gab es dafür Workshops und wenn ja, mit welchen Methoden wurde da vorgegangen? Wer war involviert? War der «Chef» mit dabei?


Überdenken könnte man auch den Pitchprozess selbst. Oft sieht dieser nur einen fixen Termin für offene Fragen vor, bei dem zudem meist alle Agenturen gleichzeitig teilnehmen müssen oder aber, es dürfen Fragen schriftlich eingereicht werden, die dann aber auch für alle Agenturen einsehbar sind. Entsprechend vorsichtig sind diese dann, um nicht zu viel Einblick in ihre Konzeptüberlegungen zu geben. Vorsicht und Zurückhaltung also hüben wie drüben. Nicht wirklich eine günstige Ausgangslage, um ein gutes Kundenmagazin kreieren zu können.


Und danach? Die Siegeragentur ist erkoren. Was präsentiert wurde, ist allerdings nicht mehr als der Rohbau. Die Individualisierung fehlt noch, das also, was Ihr neues Kundenmagazin zu Ihrem ganz eigenen machen soll, abgestimmt auf ihre Bedürfnisse und Ziele. Sofern Sie Vertrauen in die Agentur haben, halten Sie spätestens jetzt wichtige Informationen nicht mehr zurück. Sagen Sie, wo der Schuh drückt und auch, wo Ihre Probleme liegen? Ein werteorientiertes Magazin muss mehr leisten, als nur gut aussehen.


Eine andere Möglichkeit, die richtige Agentur für ihr neues Kundenmagazin zu finden, ist das persönliche Gespräch, zum Beispiel durch ein «Chemistry Meeting». Hören Sie sich erstmal im Netzwerk nach persönlichen Empfehlungen um oder machen Sie eine kleine Recherche. Was für Referenzen haben die Agenturen und gefallen diese Ihnen? Treffen sie sich mit Ihren zwei, drei Favoriten, nehmen Sie sich Zeit auch für ein zweites Treffen. So können Sie schon etwas einschätzen, ob es auch zwischenmenschlich matched und welche Agentur die für Sie richtigen und wichtigen Fragen stellt. Sprechen Sie ein kleines Budget, damit die Agentur Ihnen mal ein paar Vorschläge erarbeiten kann. So entsteht Ihr neues Kundenmagazin in einer Collaboration und wird Stück für Stück passgenau erarbeitet.


Persönlich halte ich diese Vorgehensweise für die bessere, fairere und dazu auch noch kostengünstigere Art, um die richtige Agentur für Ihr Kundenmagazin zu finden.